Bachemer Gespräche beim Heimatverein

von Ulrich Flöhl

Bachemer Gespräche bei Heimatverein Niederbachem e.V.
im Henseler Hof

 

„Ärm Lücks Pänz“ - Aus meiner Kindheit und Jugend

Der vom Heimatverein Niederbachem ins Leben gerufen Gesprächskreis lädt zu einem Abend mit der Mundartdichterin ein am

Mittwoch, den 12. Juli 2017, 19.30 Uhr
Haus St. Gereon, Niederbachem, Mühlenstraße

Frau Monika Mannel wird auch in Mundart Geschichten aus ihrer Jugend und Lehrzeit vortragen und damit einen Einblick geben in die damalige etwas ärmliche und sonderbare Welt der Menschen in der Nachkriegszeit.
Ihre mit viel Humor gewürzten Geschichten sind wertvolle Zeitdokumente.

Monika Mannel ist in Lengsdorf aufgewachsen und unterrichtet Menschen, die gerne schreiben. Sie leitet Schreibgruppen in ihrer „Kreativen Schreibwerkstatt“ und hat selbst als Autorin in mehreren Büchern mitgewirkt und einen eigenen Gedichtband vorgelegt. Ihre Texte setzen sich mit dem Alltag von Menschen auseinander. Ferner schrieb sie Reisegeschichten und ist Mitglied im Literaturatelier des Frauenmuseums sowie in der Literaturgruppe im Haus der Sprache und Literatur.

Dr. Walter Töpner wird das Gespräch mit Frau Mannel führen.
Eingeladen sind alle, die sich an den Gesprächen und Diskussionen beteiligen möchten. Der Eintritt ist frei.
tl_files/template/grafik/Wachtbegrer Gespraeche des HVN mit Frau Mannel.jpgErfreulich war, dass so viele gekommen sind und Interesse an diesem Thema gezeigt haben, obwohl es im Rahmen der Wachtberger Kultur­woche ein großes Angebot gibt. Der Heimatverein Niederbachem stellte an diesem Abend Frau Monika Mannel vor, die 1949 in Bonn geboren wurde und in Lengsdorf aufgewachsen ist. Sie ist in einfachen Verhält­nissen aufgewachsen und bekennt sich offen dazu. Das Platt hatte sie von Kindesbeinen an im Blut. Zum Glück redet sie aber nicht nur gerne Platt, sondern sie schreibt es auch auf, was sie erzählt. Und so bleibt manche Geschichte aus Ihrem Leben der Nachwelt erhalten, die in ihrer Jugend erlebt und aufmerksam beobachtet hat. Und da kommen manchmal die kuriosesten Sachen heraus, die sich in ihrem Alltag ereignet haben. Ihre Arbeiten sind sehr detailgetreu, sehr wirklichkeitsnah und sie geben Ein­blicke in ein Milieu, das sonst vielen verschlossen blieb. Nicht alles was sie geschrieben hat ist im rheinischen Dialekt verfasst. Sie hat auch Bücher veröffentlicht, die der normale „Nicht­rheinländer“ lesen kann. Ihre Schmunzelgeschichten mit eingestreuten rheinischen Zitaten helfen dabei, die Wesenart der Rheinländer besser zu verstehen. Die Nach­kriegszeit in einer Großfamilie mit 5 Kindern erlebte sie als „ziemlich ärmlich“. Die Eltern wohnten in einem Behelfswohnheim, Lebensmittel wurden von der Caritas gebracht (Käse und Schwarz­brot in Dosen). Die höhere Schule konnte sie nicht besuchen, weil der Vater, ein Stukkateur, es ihr nicht erlaubte, obwohl es eine Empfehlung seitens der Schule gab. Sie musste gegen ihren Willen eine Lehre als Verkäuferin machen, heiratete und bekam Kinder.
Frau Mannel ist zum Schreiben gekommen nach einem schweren Unfall 1994, danach begann sie ein Fernstudium im Bereich Poesipädagogik. Heute leitet Monika Mannel Schreibgruppen in ihrer „Kreativen Schreibwerkstatt“ und unter­richtet Menschen, die gerne schreiben (Gedichte, Anthologien). Sie hat als Autorin in mehreren Büchern mit­gewirkt und einen eigenen Gedichtband vorgelegt. Ihre Texte setzen sich mit dem Alltag von Menschen aus­einander. Ferner schrieb sie Reise­geschichten für eine Turngruppe des Godesberger Turnverein und ist Mitglied im Literaturatelier des Frauenmuseums sowie in der Literatur­gruppe im Haus der Sprache und Literatur.
An diesem Abend las Frau Mannel Geschichten aus ihrer Jugend und Lehrzeit vor und gab damit einen Einblick in die damalige etwas bescheidene, manchmal sonderbare aber doch glückliche Welt der Menschen in der Nachkriegszeit. Ihre mit viel Humor gewürzten Geschichten sind wertvolle Zeitdokumente (Ärm Lücks Pänz, Fastezick, Bichte gong, November­poesie, Geschäft). Durch die Veranstaltung führte Dr. Walter Töpner.
 

Zurück